Interview vor Jubiläum: „Wir sind keine Einzelkämpfer!“

1. Mannschaft, Anlässe

Captain Vito Troisio wird am Samstag gegen Weesen sein 100. Meisterschaftsspiel für den FC Schaan bestreiten. Obwohl er noch nicht als Urgestein bezeichnet werden kann, ist er im Kader der 1. Mannschaft nach Michael Vogt jener, der am längsten beim FC Schaan dabei ist.

Vito, du bist jetzt schon seit 99 Spielen für den FC Schaan tätig. Am Samstag feierst du das 100. Jubiläum? Wäre es falsch, dich als Urgestein zu bezeichnen?
Ich fühle mich noch nicht wie ein Urgestein, aufgrund meines noch „jungen“ Alters. Es ist zwar bereits meine 6. Saison beim FC Schaan, aber Urgesteine sind in meinen Augen z.b. Herbert Bicker, Richard Wanger oder Roger Züger, welche wesentlich mehr Spiele für den FC Schaan absolviert haben als ich und jetzt noch aktiv bei den Azzurris tätig sind. Mein Ziel ist, eines Tages ein Urgestein wie sie zu werden.

Wie sieht deine Zeit beim FC Schaan im Zeitraffer-Rückblick aus? Was waren die guten und was die schlechten Momente?
Der sicherlich beste Moment war das Aufstiegsjahr 2006/2007.  Der grösste und traurigste Wermutstropfen war hier allerdings der tödliche Autounfall von Ahmed Barry (R.I.P.) im Herbst 2006. Wir hatten dort eine coole Truppe mit einer guten Mischung zwischen jung und alt und konnten verdient in die 2. Liga aufsteigen. (Den Aufstieg widmete die Mannschaft offiziell dem verstorbenen Ahmed Barry; Anm.) In der 2. Liga gabs dann Höhen und Tiefen, wobei man zwei Mal den Aufstieg in die nächsthöhere Liga nur knapp verpasste. Nach dem Abschied von Ex-Spielertrainer Rissi und von weiteren erfahrenen Kickern wurde dann das darauf folgende Jahr sehr schwierig. Harte Arbeit war notwendig, um wieder eine kompakte und spielstarke Mannschaft zu werden, was wir jetzt sind. Vor allem die Stimmung innerhalb des Teams musste darunter leiden, aber dieses Problem haben wir glücklicherweise jetzt beseitigt.

Du warst lange Zeit in den verschiedensten Vereinen. Warum bist du ausgerechnet in Schaan „hängengeblieben“?
Im jungen Alter habe ich einige Vereine durchgewechselt das stimmt. Als ich bei Ruggell spielte, traf ich mich mit einigen Kollegen vor dem Central in Schaan (Dalibor Velimirovic, Behti Kilic, Domenico Toto und Ahmed Barry) und gemeinsam entschieden wir, zum FC Schaan zu wechseln – Domenico war ja schon dort. Die Folge war der Aufstieg im 1. Jahr. Mir wurde klar, dass es im regionalen Fussball vor allem um Kollegialität geht. Gemeinsam mit engen Freunden einen Siege zu feiern – das gehört zu jenen Erfahrungen im Leben, die man nicht kaufen kann. Ich bin froh, dass ich heute so viele Kollegen in der Mannschaft habe. Ich lege grossen Wert darauf, dort zu spielen, wo ich viele Freunde habe, um die Hochs und Tiefs mit ihnen Teilen zu können. Das ist der Grund, wieso ich vom FC Schaan nicht mehr weggekommen bin.

Du trainierst in Ruggell auch noch die B-Junioren. Schlagen hier zwei Herzen in deiner Brust?
Ja auf jeden Fall. Als ich zu Schaan wechselte, wollte ich mit dem FC Ruggell weiterhin verbunden bleiben und habe dort mit meiner „Trainerkarriere“ begonnen. Es macht mir grossen Spass, Junioren zu trainieren. So lange ich noch die Kraft und die Zeit dazu besitze, diese aktiv zu trainieren und nebenbei Fussball zu spielen, werde ich da auf jeden Fall weitermachen.

Wie war das Gefühl, als du den FC Ruggell in der letzten Minute aus dem Cup geschossen hast?
Es war ein sehr schönes Gefühl. Schliesslich spiele ich für Schaan und nicht für Ruggell! Ich bin sehr froh, dass wir eine Runde weiter sind und das nach so einem Kampfspiel gegen Ruggell. Nun wartet mit Balzers ein harter Brocken auf uns. Es wird sicherlich eine interessante Partie!

Welche Saisonziele hast du dir persönlich gesteckt und was traust du der Mannschaft noch zu?
Unser Saisonziel ist der Ligaerhalt, da man letzte Saison noch um den Abstieg gespielt hat. Heuer wollen wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Momentan gilt es, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Am Ende der Vorrunde kann man immer noch überlegen, ob man das Ziel revidieren muss bzw. sollte. Realistisch gesehen gehören wir meiner Meinung nach in die Top 3 der Liga. Mein persönliches Ziel als Captain ist es, die Mannschaft so zu führen, dass wir als Einheit auf den Platz gehen und füreinander kämpfen bis zum Umfallen. Nur so erreicht man gemeinsame Ziele. Fussball ist ein Teamsport und wir sind keine Einzelkämpfer, das muss in den Köpfen aller meiner Teamspieler gelangen.

Ein Blick in die Zukunft: Wie sieht es für dich in fünf Jahren aus?
Im Fussball und im Leben kann man nie wissen, wie die Zukunft ausschaut, deshalb möchte ich mich dazu lieber nicht gross äussern. Ich wünsche mir, dass ich noch lange gesund und fit sein werde, um beim FC Schaan noch aktiv tätig sein zu können. Privat wünsche ich mir auch vorallem Gesundheit und eines Tages hätte ich natürlich auch gerne Nachwuchs. (lacht)

Zur Person:

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