Schaan gibt mit starker Leistung die rote Laterne ab

Kreativer Spielmacher: Orhan Isufi zeigte – neben Burak Eris – wie man seine Vorderleute mit genialen Pässen versorgt.

Kreativer Spielmacher: Orhan Isufi zeigte – neben Burak Eris – wie man seine Vorderleute mit genialen Pässen versorgt.

Am Samstag spielte der FC Schaan in Schaffhausen stark auf. Mit einem souveränen 3:0-Sieg zeigte die Mannschaft von Spielertrainer Vito Troisio, was in ihr steckt. Die Elf agierte praktisch fehlerlos und drückte die nominellen Favoriten über weite Strecken an die Wand. Seyhan Yildiz (44.), Orhan Isufi (66.) und Burak Eris (92.) hiessen die Torschützen bei der besten Mannschaftsleistung der Saison.

Die fröhliche Musik des Zirkus Knie auf der gegenüberliegenden Strassenseite war zu hören, als Schiedsrichter Leuenberger das Spiel abpfiff. Zur Stimmung des Schaaner Teams passte dieser Soundtrack, denn es bot Unterhaltung vom Feinsten.
Als Tabellenletzter nahm der FC Schaan die Reise nach Schaffhausen an und am Ende fanden die Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr heraus: In der ersten Halbzeit liess man nicht eine klare Chance des Gegners zu. In Halbzeit zwei hielt man dem Druck der Gastgeber erfolgreich stand und zauberte in der Offensive mit Kontern.

Starkes Kollektiv dominiert die Gastgeber
Jeder hielt für seinen Teamkameraden die Knochen hin und bei weniger erfolgreichen Offensivaktionen feuerten sie sich gegenseitig an anstatt zu kritisieren. Qualitäten, die im Kampf um den Klassenerhalt entscheidend sind. Das 3:0 war in dieser Höhe verdient und entstand durch jene Cleverness, die in der Herbstrunde zur prekären Tabellensituation geführt hatte.
Bereits nach fünf Minuten hätte Domenico Toto die Schaaner in Führung bringen können, der Aussenverteidiger profitierte aber nicht von einem katastrophalen Abwehrfehler der Gäste, weil ihm der Ball über den Fuss ins Toraus rutschte. Schaan machte weiter Druck und Schaffhausen hatte praktisch nichts gegen die überzeugende Spielweise der Schaaner in der Hand. Dennoch fehlte den Schaanern zunächst das Glück im Abschluss: Innenverteidiger Fabio D’Elias Schuss aus 17 Metern zischte in der 13. Minute einen Zentimeter am Tor vorbei.

Gelungenes Comeback von Yildiz
Schaans Torhüter Armin Tuhcic erlebte einen weitgehend ruhigen Abend. Und bei jenen Aktionen, in denen er geprüft wurde, war er erstklassig zur Stelle. So auch beim ersten Schuss der Schaffhauser in der 18. Minute, den er locker hielt.
Die Führung der Schaaner zeigte dann, wie einfach Fussball sein kann: Burak Eris schickte Agim Zeciri mit einem Steilpass auf halblinks. Statt selbst zu schiessen, legte der Schaaner Captain quer auf den völlig freistehenden Seyhan Yildiz, der nach einer vierwöchigen Verletzungspause nur noch seinen Fuss hinhalten musste. In der 44. Minute gingen die Schaaner somit zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt zur verdienten Führung.

Zeciris starke Rushes über links
Im zweiten Durchgang kamen dann die Gastgeber stark aus der Kabine. Der Schaaner Abwehrriegel war gefragt. Dieser hielt den Angriffsbemühungen aber erfolgreich stand. Aussichtsreiche Chancen liessen die Schaffhauser aber auch verstreichen: Symptomatisch für die Angriffsbemühungen war auch der Abschluss von Schaffhausens Captain Dubach: In der 57. Minute kam er aus 16 Metern völlig frei zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig und so ging das Leder etwa 7 Meter am Tor vorbei.
Neun Minuten später erhöhten die Schaaner auf 0:2. Agim Zeciri liess auf der linken Seite, bedient von Orhan Isufi, drei Verteidiger stehen und flankte von der Grundlinie. Die missglückte Abwehr eines Schaffhausers lud Orhan Isufi ein, aus sieben Metern einzunetzen. Isufi liess sich nicht zweimal bitten.

Gefährliche Konter
Es wurden nun auch in gewissen Aktionen harte Attacken geführt. Das Schiri-Gespann hatte die teils unübersichtlichen Situationen jedoch gut im Griff und agierte mit viel Fingerspitzengefühl. Die Schaffhauser bemühten sich nach Kräften, den Anschlusstreffer zu erzielen. Die beste Chance hatte Le Bigonsan, dessen Schuss Goalie Tuhcic aber mit erstklassiger Beinarbeit parierte. Die Schaaner kannten diese Situation nur zu gut aus der Hinrunde. Meist waren sie es, die einem Rückstand nachlaufen mussten. Jetzt waren es die Schaaner, die gefährliche Konter fahren konnten. So auch in der 86. Minute, in der Seyhan Yildiz nicht sicher war, ob er selbst schiessen, oder den Ball auf den eingewechselten Lukas Quaderer ablegen sollte. So wurde nichts aus der Aktion. In der Nachspielzeit leitete Fabio D’Elia den letzen Konter ein und schickte Lukas Quaderer in die Gasse. Dessen Schuss parierte  Pascal Bretscher im Tor der Schaffhauser zur Seite. Dort stand Burak Eris, der den 3:0-Endstand markierte.

Telegramm:
SV Schaffhausen – FC Schaan 0:3 (0:1)

Bühl, Schaffhausen. 70 Zuschauer.
SR: Michael Leuenberger, assistiert von Venancius Antony und Tolga Mirac Kurtuldu.

SV Schaffhausen: Bretscher; Tavares, Staub, M. Viara, Bolli (ab 74. Pfeiffer); Dubach, Dauti, F. Viara, Schuler (ab 87. Medved); Le Bigonsan, Soares (ab 72. Keserovic).

FC Schaan: Tuhcic; Toto, Ventura (ab 82. Stulz), D’Elia, Flatz; Aliu (ab 71. Troisio); Yildiz, Isufi, Eris, Zeciri; Bischof (ab 84. Quaderer).

Tore: 0:1 44. Seyhan Yildiz, 0:2 66. Orhan Isufi, 0:3 92. Burak Eris.

Bemerkungen: Schaan ohne Dulundu (krank) und Kollmann (verletzt), Niedhart (nicht im Kader) sowie Giurgola, Solinger, Beqiri (Azzurri) und Hatt (A-Junioren).

Verwarnungen: Soares (Foul, 42.), Staub (Unsportlichkeit, 89.); Ventura (Foul, 27.), Aliu (Foul, 54.) und Quaderer (Unsportlichkeit, 89.)