„Wir sind auch mental stärker geworden!“

Spielertrainer Vito Troisio (r.) konnte im Winter intensiv an der Qualität des Teams feilen.

Spielertrainer Vito Troisio (r.) konnte im Winter intensiv an der Qualität des Teams feilen.

Vor dem Rückrundenstart gibt Spielertrainer Vito Troisio Auskunft. Er spricht über das Unternehmen Klassenerhalt, über die Bewegungen in der Winterpause und über den nächsten Gegner Frauenfeld, der am Sonntag, 14 Uhr, auf der Rheinwiese die ersten drei Punkte liefert, wenn es nach dem Geschmack der heimischen Fans geht. Der Konkurrenzkampf im Team habe sich erhöht und die Stimmung in der Mannschaft ist hoch, was man als gute Vorzeichen für eine positive Rückrunde werten kann.

Vito, am Sonntag gehts los! Nervös?
Nein, wir haben keinen Grund nervös zu sein, wir stehen auf dem letzten Platz und wir wissen was wir können! Es geht jetzt aufwärts.

Die Hinrunde verlief nicht glücklich. Nur 8 Punkte aus 13 Spielen und der letzte Platz. Haben wir als Liga-Neuling zu ängstlich gespielt? Oder woran lag es?
Uns fehlte die Cleverness und das Glück. Meistens war man die bessere Mannschaft, doch es resultierten keine Punkte.

Was wird anders laufen als im Herbst?
Wir haben uns als Team geformt und haben an unsere Schwächen gearbeitet. Wir werden jetzt umso konzentrierter aufspielen und dem Gegner keinen Meter schenken. Die Konkurrenz innernhalb des Teams ist gestiegen, was ein positives Zeichen ist.

Einige Zuschauer kritisierten, dass du vielleicht zu oft selbst gespielt hast und dadurch deine taktischen Stärken als Trainer nicht oder zu wenig zum Tragen kamen. Was sagst du zu dieser Kritik?
Ich bin hier um der Mannschaft zu helfen. Ob es dann von der Seitenlinie oder auf dem Platz selbst ist, das wird vor dem Spiel entschieden. Wer die Spiele gesehen hat, weiss, woran es lag.

Zu Hause gab es im Herbst – neben schlechtem Wetter und mageren Zuschauerzahlen – nur einen Punkt. Setzt man im Frühling eher auf die Auswärtsspiele?
Mir ist klar, dass wir zu Hause zu wenig Punkte geholt haben, aber das hat taktische Hintergründe. Zu Hause wurden wir gezwungen, das Spiel zu machen und auswärts durften wir kontern. In einer höheren Liga gegen starke Gegner das Spiel zu machen ist bekanntlich nicht einfach, aber auch daran haben wir gearbeitet.

Balzers hat gegen unseren nächsten Gegner 0:2 verloren. FC Frauenfeld – ein Aufstiegskandidat?
Dass der FC Frauenfeld eine gute Mannschaft hat, das ist uns allen bekannt. Das Freundschaftsspiel gegen Balzers würde ich aber nicht überbewerten, so wie ich auch unseren Sieg gegen Bazenheid nicht überbewerten. Das sind Freundschaftsspiele, da wird noch viel getestet.

Das Team hat viele neue Namen im Vergleich zum Auftakt im Sommer. Wird der Gegner so schwieriger auszurechnen?
Schlussendlich ist nicht entscheidend, wer auf dem Platz steht, sondern wie man auf dem Platz steht. Es kann auch ein „No Name“ ein ungemütlicher Gegner sein.

Hast du dir das Frauenfeld-Spiel gegen Balzers angesehen? Was sind die Stärken dieser Mannschaft?
Da wir selbst gegen Bazenheid ein Spiel hatten, habe ich mir das Frauenfeld-Spiel nicht angesehen. Wir wissen, dass Frauenfeld eine starke Mannschaft hat, sowohl spielerisch als auch kämpferisch. Es wird sicherlich kein leichtes Unterfangen. Trotzdem sollten wir auf uns schauen, denn wir wissen, was wir können und wenn wir das umsetzen, dann habe ich ein gutes Gefühl.

Wie zufrieden bist du mit den Neuzugängen im Winter bisher in der Vorbereitung? Immerhin mussten einige Positionen neu besetzt werden und der Markt im Winter ist nicht immer dankbar…
Wir haben in Punkto Qualität zugelegt. Mit Orhan Isufi haben wir einen technisch starken Spieler im zentralen Mittelfeld geholt. Eren Dulundu als Offensivallrounder und Raphael Stulz als Innenverteidiger sind sicherlich eine Bereicherung für unser Kader. Dazu kommt die Rückkehr von Seyhan Yildiz (momentan aber noch verletzt) und jene von Ramon Solinger aus dem Militär. Gut ist auch, dass Stefan Bischof wieder 100-prozentig fit ist. Mit der Vorbereitung, vorallem mit dem zweiten Teil, bin ich sehr zufrieden!

Wie sieht es auf der Torhüter-Position aus? Es blieb dem Zuschauer nicht verborgen, dass die nominelle Nr. 2, Armin Tuhcic, mehr Spiele gemacht hat als die Nr. 1. Wie geht es bei den Goalies weiter?
Fabian Baumgartner laboriert noch an seiner Verletzung, aber er wird uns in der Rückrunde zur Verfügung stehen. Solange er nicht 100 Prozent bereit ist, können wir auf den erfahrenen Fabian Rupf zurückgreifen. Das geschieht immer in Absprache mit den Azzurri. Armin Tuhcic ist ein sehr talentierter Tormann und auch er entwickelt sich stets weiter. Wichtig ist, dass wir dem hintersten Mann vertrauen können.

Wie präsent ist die Tabellenplatzierung aktuell in den Köpfen der Spieler?
Wir haben uns damit abgefunden, dass wir auf dem letzten Tabellenplatz sind. Wir wissen aber, dass es „nur“ 6 Punkte sind und dass man in 13 Spielen maximal 39 Punkte holen kann. Das Dümmste wäre, nicht daran zu glauben.

Schafft man es, den Druck aus den Köpfen der Spieler zu bringen?
Der mentale Faktor ist enorm wichtig und ich glaube da sind wir stärker geworden. Wir glauben alle daran, dass wir es packen können. Es muss jeder um sein Trikot schwitzen. Ich will 11 Kämpfer sehen auf dem Platz.