„So spielen, wie in der zweiten Halbzeit in Ruggell“

Fussball Liechtensteiner Cup: FC Balzers II - FC SchaanAm Samstag steigt auf der Rheinwiese in Schaan das Spitzenspiel der 3. Liga, Gruppe 2. Der FC Schaan empfängt den FC Ruggell. Im Interview blickt Co-Trainer Lucas Eberle voraus und verspricht, dass das Team alles unternehmen wird, um die wichtigen drei Punkte in Schaan zu behalten und die Tabellenführung zu übernehmen.

Lucas, am Samstag steigt das Derby Schaan gegen Ruggell. Ist das jetzt das Spiel der Spiele in dieser Saison? 

Lucas Eberle: Es ist sicher ein mit Spannung zu erwartendes Spiel, auf welches sich sicher unser ganzes Team riesig freut und sich auch dementsprechend darauf vorbereitet. Als Spiel der Spiele würde ich es allerdings nicht bezeichnen, denn die Meisterschaft geht noch sehr lange. Natürlich ist es ein prestigeträchtiges Aufeinandertreffen, auch weil beide Mannschaften ganz vorne stehen.

Wie wichtig ist diese Partie für den restlichen Meisterschaftsverlauf?

Für beide Teams wäre ein Sieg mit Sicherheit von grosser Bedeutung, denn ein Derbysieg kann für die anstehenden Aufgaben enorm beflügeln. Deshalb werden wir am Samstag alles daran setzen, die 3 Punkte in Schaan zu behalten.

Die Wechsel-Geschichten im Sommer sind eine Weile her. Wie sieht es mit der Emotionalität in dieser Partie aus? Hat man diese Brisanz bereits vergessen?

Es war bestimmt eine eher unglückliche Geschichte, was und wie das letzten Sommer abgelaufen ist, aber diese Dinge gibt es nun mal im Fussball und man muss das akzeptieren. Emotionen werden sicher im Spiel sein, wie immer in einem Derby! Das gehört einfach dazu, deshalb kommen zu diesen Spielen auch immer viele Zuschauer – hoffentlich auch am Samstag. Ich denke allerdings nicht, dass die Geschehnisse vom letzten Sommer mehr oder weniger Emotionen verursachen, diese Thematik war neben dem Platz und die Vereine haben dies miteinander geklärt.

Kürzlich ist man ins Cupfinale vorgestossen. Gibt das auch für die Meisterschaft Auftrieb oder bewirkt das das Gegenteil? Immerhin hat man unmittelbar danach gegen Goldach verloren…

Im Spiel gegen Goldach mussten wir sicherlich den 120 Minuten von Balzers Tribut zollen – ganz klar. Die zwei Tage Pause haben leider nicht ganz gereicht, damit wir uns vollständig regenerieren konnten.

Für uns ist der Einzug ins Cupfinale natürlich eine grosse Sache und wir als Staff und die ganze Mannschaft freuen sich riesig darüber. Wir nehmen einfach ein Spiel nach dem Andern und „verkopfen“ uns nicht, ob dies nun ein Vor- oder Nachteil ist, dass wir zwei Spiele mehr bestreiten dürfen als Ruggell oder Staad. Aber natürlich liegt unser Hauptaugenmerk auf der Meisterschaft, wir wollen unsere „Mission Aufstieg“ verwirklichen!

Woran lag es, dass man gegen Goldach unterging? Woran hat man jetzt in den Trainings gefeilt?

Wie schon gesagt, wir waren sicher nicht so frisch wie an unserem besten Tag, aber dies darf nicht als Ausrede gelten. Wir haben eigentlich gefällig gespielt, aber meist nur bis zum Sechzehner und die drei bis vier guten Chancen, die wir trotzdem vorfanden, haben wir leider nicht genutzt.

Die Kommunikation muss besser werden, ebenfalls müssen wir mehr Druck über Aussen zu Stande bringen und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor muss wieder kommen. An diesen Schräubchen mussten wir in der letzten Woche ein wenig drehen.

Im Hinspiel in Ruggell hätte man eigentlich gewinnen müssen. Was macht der FC Schaan an diesem Samstag anders?

Im Hinspiel spielten wir eine Katastrophale erste Halbzeit und lagen dadurch 2:0 im Rückstand. Die zweite Halbzeit nahmen wir wacher und aggressiver in Angriff und spielten sehr gut, Ruggell kam ausser bei zwei bis drei Kontern kaum mehr in unsere Hälfte und wir konnten dadurch das Spiel noch zum 2:2 wenden. Also müssen wir am Samstag einfach so Spielen wie im Hinspiel in der zweiten Halbzeit. (lacht)

Was sind die grössten Stärken des Gegners Ruggell?

Sie haben einfach ein sehr ausgeglichenes Team, von vorne bis hinten haben sie eigentlich keine grossen Schwachstellen. Auch haben sie eine gute Mischung aus jungen/hungrigen und erfahrenen Spielern. Und wie man sieht, haben sie am zweitmeisten Tore geschossen, d.h. im Schnitt über zwei Tore pro Spiel, also wissen wir was auf uns zukommt!

Ruggell hat jetzt aktuell einen Gegenlauf. Wie kann man so eine Situation nützen?

Das stimmt, Ruggell ist nicht optimal gestartet. Da Staad aufgeschlossen hat und wir noch ein Spiel weniger haben, spüren sie sicher einen gewissen Druck. Ich hoffe, dass sie durch den eher mässigen Start ein wenig verunsichert sind und wir das am Samstag mit einer beherzten Leistung und der Umsetzung der Vorgaben des Trainerteams optimal ausnutzen können.