Schaan bricht Seuzachs Serie und schöpft Hoffnung

Vom Platz geflogen (65.): Eren Dulundu.

Vom Platz geflogen (65.): Eren Dulundu.

Mit einem 4:2-Sieg in der Fremde kann nun der FC Schaan wieder Hoffnung schöpfen. Nicht nur, was den Klassenerhalt angeht, sondern auch durch die Tatsache, dass man endlich Effizienz vorweisen kann. Fabio D’Elia (2), Eren Dulundu und Luca Ventura sorgten mit ihren Toren für einen weiteren Sieg in der Ferne. Somit holten die Schaaner 15 von ihren 19 Punkten auswärts – und brachen eine tolle Serie der Seuzacher.
Obwohl der FC Schaan bislang ei­ne engagierte Rückrunde spielt und auch regelmässig punktet, steht er im­mer noch am Tabellenende. Leider können die Schaaner nicht immer auf Schützenhilfe zählen, sodass auch die anderen abstiegsgefährdeten Mann­schaften fleissig Punkte sammeln. Mit dem gestrigen Sieg gegen den FC Seuzach, der als Dritter in der Tabelle mit einer Serie von neun Spielen ohne Niederlage ins Spiel ging, war man krasser Aussenseiter. Mit dem Sieg über die „Einsflöten“, wie die Seuzacher vom eigenen Anhang liebevoll genannt werden, üben die Schaaner weiterhin Druck auf die vorderen Tabellenplätze aus. So konnten sie – erstmals seit dem Sieg in Schaffhausen – wieder mit drei Punkten im Gepäck die Busfahrt nach Hause antreten.

Grandiose erste Halbzeit
Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als D’Elia eine Isufi-Flanke per Kopf zur frühen Führung verwer­tete. Ein Auftakt nach Mass für die Troisio-Elf. In der Folge erhöhten die Gastgeber den Druck und erspiel­ten sich Chancen. Vor allem die Vierer-Abwehrkette leistete einen soliden Job und auch das Mittelfeld unterstützte die Kollegen optimal. Ein Kopfball von Philipp Fischer (12.) und ein Schuss von  Swen Kradolfer (28.) verfehlten ihr Ziel. In der 30. Minute sorgte Stürmer Patrick Widmer für Hoffnung bei den Gastgebern: Er wurde durch einen langen Ball freigespielt und lief alleine auf Goalie Armin Tuhcic zu. Dieser warf sich jedoch opferbereit in den Schuss von Widmer und klärte die Situation. Widmer blieb geduldig und wartet die nächste Chance ab: Die kam drei Minuten später, als ein Abpraller in den Abwehrbeinen hängen blieb und dem Seuzi-Stürmer vor den Spann rollte.  liess sich nicht zweimal bitten und versenkte mit Voller Wucht das Leder im Tor.

Starke Reaktion auf Ausgleich
Die Antwort der Schaaner auf das Gegentor kam post­wendend. Wieder hiess der Torschütze Fabio D’Elia, wieder kam der Assist von Orhan Isufi und wieder war es ein schneller Gegenstoss über die rechte Seite. Die Routine und die Effizienz von Routinier D’Elia, der in dieser Saison erstmals als nominelle Spitze – Spielertrainer Troisio liess erstmals ein 4-4-2 spielen – war beängstigend für die Gastgeber und drehte das Momentum wieder auf die Seite der Gäste. Leider musste der Doppeltorschütze in der Halbzeit ausgewechselt werden, weil er sich bei einem Schuss (39.) den Oberschenkel zerrte. Zuvor dürfte er aber noch den Treffer vom Teamkollegen Eren Dulundu bejubeln, der über halbrechts startete und einen weiteren Konter für die Schaaner zur 3:1-Führung nützte.

Druck der Gastgeber und umstrittener Platzverweis
Im zweiten Durchgang waren es wieder die Schaaner, die das Skore er­öffneten. In der 63. Minute durfte sich Venura als Torschütze feiern lassen. Dieser Treffer führte zugleich die Vorentscheidung herbei. Erst als der Schiedsrichter Dulundu nach einer unschönen und unübersichtlichen Szene frühzeitig unter die Dusche schickte, kam nochmals Spannung auf. Über den Platzverweis scheiden sich die Geister: Die einen sahen eine Tätlichkeit Dulundus mit anschliessender Rudelbildung, die Schaaner eher eine Notwehr des Stürmers, der von drei Leuten bedrängt wurde, weil er den Ball unabsichtlich blockierte. Schiedsrichter Thies zeigte nach dieser emotionsgeladenen Situation Dulundu Rot und Widmer Gelb. Das Unterzahlspiel machte die Partie noch einmal zum Nervenkrimi, denn die Schaaner wurden mächtig in die eigene Hälfte gedrängt. Mehr als ein Tor (77.) vermochten die Zürcher aber nicht mehr zu schiessen. Ausserdem hätte Quaderer fünf Minuten vor Schluss bei einem Gegenzug der Schaaner noch die Führung sogar noch ausbauen können. Er konnte jedoch das Zuspiel von Vito Troisio nicht verabeiten. So endet eine – vor allem nach dem Platzverweis – sehr emotionale Partie mit einem sensationellen und am Ende unumstritten verdiente 4:2-Auswärts­sieg für die Liechtensteiner. Am kommenden Samstag begrüsst die Troisio-Truppe auf der Schaaner Rheinwiese den Leader Chur 97, der mit einem Sieg über Linth 04 (2:0) die Tabellenführung ausbauen konnte und mit breiter Brust ins Land kommen wird.

Telegramm:

Sportplatz Rolli, Seuzach, 156 Zuschauer, SR: Thies, assistiert von Tadot, Sasmaz

Tore: 0:1 2. Fabio D’Elia, 1:1 35. Patrick Widmer, 1:2 36. Fabio D’Elia, 1:3 45. Eren Dulundu, 61. Luca Ventura 1:4, 77. Thomas Wismer 2:4

FC Seuzach: Amankwah, Schalcher, Gähwiler, Wismer, Stamm, Kradolfer, Oergel (ab 75. Lehner), C. Widmer, Fischer, Luginbühl (ab 55. Lauber), P. Widmer.

FC Schaan: Tuhcic; Toto, Ventura, Stulz, Flatz; Zeciri (81. Quaderer), Aliu, Troisio, Dulundu; Isufi (69. Solinger), D’Elia (ab 45. Yildiz.

Bemerkungen: Seuzach ohne Kessler, Fässler (nicht eingesetzt), Berisha, Tiziani, Leutwiler, R. Stahel, F. Stahel, Vollenweider (alle verletzt), Süsstrunk, Ehrismann (2. Mannschaft), Wieser (abwesend). Schaan ohne Bischof (verletzt), Eris (gesperrt) und Hatt (abwesend) Verwarnungen: 60. Lauber, 65. C. Widmer; 43. Ventura, 67. Zeciri (alle Foulspiel) Platzverweis: 65. Dulundu