Brüderpaar mit Cupfinal-Erfahrung

Foto & Copyright: Eddy Risch.

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Die Gebrüder Lucas und Fabian Eberle, die für den Cupfinalisten FC Schaan heute, um 18.30 Uhr, gegen Rekordsieger und Titelverteidiger FC Vaduz im Einsatz stehen, standen schon vor Jahresfrist mit Triesenberg im Cupfinale. Was nehmen die beiden an Erfahrung mit?

Jene Erfahrung aus dem Vorjahr ist bestimmt wertvoll, trotzdem wird die Aufgabe für das Brüderpaar Lucas (25) und Fabian Eberle (23), das in Vaduz aufgewachsen und die ersten Gehversuche in der Juniorenabteilung des FC Vaduz unternommen hatte, schwer.

«Nicht hektisch werden»

«Der FC Vaduz wird uns voll an unseren eigenen Strafraum pressen. Wir dürfen nicht hektisch werden, uns aber auch nicht zu schade sein, den Ball wegzuschlagen. Dennoch wollen wir unser eigenes Spiel aufziehen, nehmen das Spiel mit Freude an und wollen die Emotionen mit in die Meisterschaft nehmen», erklärt Lucas Eberle. «Auch in der Meisterschaft kann uns ein Gegner situativ dominieren. Wir wollen uns dennoch die eine oder andere Chance erarbeiten und möglichst lange die Null halten», so Lucas Eberle.

Noch im Vorjahr war Lucas Eberle Spielertrainer des Cupfinalisten FC Triesenberg. Nun steht er erneut auf dem Platz und nimmt die Rolle als Assistenztrainer ein. «Ein Super-League-Team besitzt nicht nur in physischen Bereichen Vorteile, sondern ist einem Drittligisten auch taktisch, spielerisch und mental voraus. Im Vorjahr zeigten wir eine kämpferisch starke Leistung und gingen ans Limit. Zwar mit dem FCV als verdientem Sieger, doch wir waren die Sieger der Herzen», erinnert sich Lucas Eberle. Jenes Minimum strebe auch der FC Schaan an. «In den 90 oder 120 Minuten wollen wir Vollgas geben und mit Selbstvertrauen auftreten. Wir haben eine extrem junge Mannschaft, die nervös sein wird. Wir wollen den Jungen die Nervosität und den Druck nehmen. Schliesslich haben wir den Finaleinzug mit eigenen Kräften geschafft. Heute müssen die Führungsspieler vorausgehen und den Rest unseres Teams mitziehen», so Lucas Eberle, und nannte hier Captain Agim Zeciri, Rui Figueiredo, Nurudeen Mohammed «Paco» und sich selbst, die diesen Part einnehmen.

«Ein Eingeschworenes Team»

Ein Cupsieg auf Aktivstufe fehlt Lucas und Fabian Eberle noch im Palmarès. «Es ist toll, dass wir es zu zweit als Vaduzer erneut ins Finale geschafft haben. Und just in jenem Stadion, in dem ich schon viele Schlachten schlagen durfte», lächelt Lucas Eberle. Die Gebrüder Lucas und Fabian Eberle sind ein eingeschworenes Team. «Das trifft – vor allem, was den Fussball anbelangt – auf jeden Fall zu. Wir hatten während zwei Jahren, als ich noch in der U18 gespielte, einen anderen Kollegenkreis. Als Fabian und ich beim FC Balzers landeten, gingen wir den gleichen Weg. Er zeigte sich auch solidarisch, als mir vor Jahresfrist Unrecht in Triesenberg geschah», erinnert sich Lucas Eberle nur ungern an die Absetzung als Spielertrainer. Als Folge davon stand im Vorjahr auch ein Wechsel zum Erstligisten USV Eschen/Mauren zur Debatte. «Wir standen in Gesprächen mit dem USV. Da Fabian in Bern studiert und deshalb zahlreiche Trainings verpasst hätte, lenkte der USV nicht ein. Es gab einige Anfragen. Wir haben das Beste gewählt, das für uns optimal gepasst hat. In Schaan trafen wir auf eine junge, hungrige Truppe, in der alle weiterkommen wollen», freut sich Lucas Eberle und bedauert den Schritt nicht, obwohl er auch Chancen besass, höher zu spielen.

«Dank Lucas im Fussball gelandet»

Fabian Eberle hat seinen älteren Bruder schon in jungen Jahren als Vorbild betrachtet, dem er nachgeeifert habe. «Er war der Grund, dass ich im Fussball eingestiegen bin, denn wir waren zu Hause eher eine Volleyball-Familie (Anm. der Redaktion: Söhne von Susanne und Leo Eberle). Nachdem Lucas in der Auswahl war, wollte auch ich dorthin», erinnert sich Fabian Eberle an seine Jugendjahre. Auch der Weg nach Balzers verlief ähnlich. «Lucas hat mir vorgeschwärmt, wie es ihm in Balzers gefallen hat. Deshalb zog ich den Wechsel nach Balzers ebenfalls in Betracht», so Fabian Eberle, der ihn nach Balzers auf den weiteren Stationen begleitete: «Er ist mein grosser Bruder; das war stets cool.» Fabian Eberle studiert in Bern im Hauptfach Sport und im Nebenfach Wirtschaft. «Das Studium dauert noch zwei Jahre. Der Aufstieg mit dem FC Schaan in die Zweite Liga wäre ein grosser Erfolg. Wir befinden uns in einer guten Ausgangslage. Die Hoffnung besteht und der Aufstieg wäre toll», nennt Fabian Eberle die sportlichen Pläne.

Kapitel Nati nicht abgeschlossen

Da Fabian Eberle nicht mehr auf Stufe Erste Liga spielt, war er auch für die FL-Nati kein Thema mehr. «Das geht sich mit dem Studium nicht aus. Jenen Aufwand kann ich vom Studium her nicht leisten. Die Auflage, dass ich mindestens Erste Liga spielen müsste, akzeptiere ich», nimmt Fabian Eberle hin. Selbst bei einem Verein in Bern anzuheuern, stand im Raum. «Doch dann wäre ich nicht mehr im Land. Wenn ich schon längere Zeit in Bern wohnen würde, könnte ich es vielleicht in Betracht ziehen», so Fabian Eberle, der sich vorerst auf die Aufgabe beim FC Schaan konzentriert. «Wir haben ein super Team in Schaan. Wie es nach dem Studium aussieht, weiss ich noch nicht. Das Kapitel Nati ist noch nicht ganz abgeschlossen», behält sich Fabian Eberle die Tür noch offen.

Ob Fabian Eberle, der vor Jahresfrist mit seiner frechen, zielstrebigen Spielweise dem FCV, insbesondere FCV-Linksverteidiger Naser Aliji (jetzt Schweizer Meister mit dem FC Basel), kräftig zugesetzt und vor Probleme gestellt hatte, wiederum auf der Aussenbahn auflaufen wird, wird sich erst kurzfristig entscheiden. «Ich hoffe, dass es passt und ich schmerzfrei spielen kann», rätselt Fabian Eberle, der im letzten Pflichtspiel –beim 1:2-Sieg in Triesenberg– passen musste. Sollte er einsatzfähig sein, wisse er nicht, wo er spielen wird. «Ich kenne die genauen Pläne des Trainers nicht. Es ist gut möglich, dass ich auf der Aussenbahn zum Einsatz kommen werde», so Fabian Eberle. (Ernst Hasler, Liechtensteiner Vaterland)