Barrierefrei wechseln: TAS kippt Ausbildungsentschädigung

lausanne-rekurse-von-lausanne-luzern-basel-und-thun-abgewiesen-38225Einen Knalleffekt für den Amateurfussball gab der SFV am Montag Abend bekannt: Das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) in Lausanne kippt das Reglement bzgl. Ausbildungsentschädigungen. So kann für Transfers von Jugendlichen bis zum 23. Lebensjahr bei einem Wechsel kein Geld mehr vom neuen Verein verlangt werden.

Der FC Schaan zahlte vor einem Jahr dem FC Buchs 6’900 Franken, weil er drei wechselwillige Spieler unter 23 Jahren aufnahm, die sich im bisherigen Verein ungerecht behandelt und zu wenig gefördert fühlten. Für die kommende Saison wechseln Spieler dieser Alterskategorie also „kostenlos“.

Ersatzlösung unwahrscheinlich
„Es ist unmöglich, bereits auf Beginn der kommenden Saison ersatzweise ein neues System einzuführen, umso mehr als es ganz allgemein schwierig sein dürfte, überhaupt ein System mit ähnlichen Effekten zu kreieren, das die Persönlichkeitsrechte der Spieler und der Klubs nach dem vom TAS angewendeten Massstab nicht ebenso verletzt wie das bisherige System“, schreibt der Schweizerische Fussballverband in seinem Communiqué an die Vereine am Montag. In einem ersten Schritt gelte es nun, die Auswirkungen des Wegfalls der Ausbildungsentschädigungen im Amateur-Fussball zu beobachten und zu analysieren. „Anschliessend wird gestützt auf die gewonnen Erkenntnisse geprüft werden, ob und falls ja inwiefern Handlungsbedarf besteht.“

FC Schaan mit Entscheid bestätigt
„Dieser Entscheid bestätigt unseren Weg. Wir gingen immer davon aus, dass ein Spieler dort spielen soll, wo er sich am wohlsten fühlt“, erklärt der Präsident des FC Schaan, Michael Winkler. „Nun ist das möglich.“ Der FC Schaan habe in den letzten keine Ausbildungsentschädigung für junge Spieler verlangt, die im Zuge ihrer sportlichen Entwicklung oder aufgrund von Unzufriedenheit wechseln wollten. Ausnahmen waren Forderungen auf bereits bezahlte Ausbildungsentschädigungen. „Wir haben immer darauf geachtet, dass wir bei solchen Wechseln wenigstens ein Nullsummenspiel haben. Allerdings haben wir im Gegenzug oft draufgezahlt, wenn Leute zu uns wollten, weil sie bei uns eine bessere Zukunft gesehen haben“, erklärt Winkler. Denn jetzt würden vor allem junge Spieler vermehrt zu Vereinen wechseln, die Spielerinteressen hoch halten und ihren Werdegang fördern. „Und das entspricht seit einigen Jahren fix zu unserer Philosophie.“

Das gesamte Communiqué kann man hier nachlesen.